Rennrad oder Gravelbike: Einstieg jenseits der 40?

Rennrad Späteinsteiger auf Tour - Pause vor Kirche auf Lanzarote

Wann ist Zeit für den Einstieg? Wann fängt man an mit dem sportlichen Radfahren? Geht das auch noch jenseits der 40, der 45 oder der 50? Ein paar Gedanken und Erfahrungen dazu - und vorweg die wirklich simple Antwort aus zwei Buchstaben.

Man ahnt es schon: Wir meinen, ein klares „Ja“ ist die richtige Antwort. Natürlich kann man auch in der zweiten Lebenshälfte noch mit dem Rennradfahren anfangen. Der Späteinstieg in das sportliche Radfahren per Rennrad oder Gravelbike ist eigentlich immer eine Option, solange dem keine gesundheitlichen Bedenken entgegenstehen.

Apropos Gravelbike: Von Weitem bzw. für Laien sieht es aus wie ein Rennrad, aber es ist (etwas) langsamer. Dafür kann man es aufgrund seiner Bauweise bzw. Komponenten auch gut auf geeignetem unbefestigtem Untergrund fahren. Somit ist man mit dem Gravelbike bei der Streckenauswahl weniger eingeschränkt als mit dem Rennrad, das im Allgemeinen nur für befestigte Untergründe gedacht ist.

Vorab ärztlich durchchecken lassen

Wer vorhat, als Späteinsteiger/in das sportliche Radfahren mit Rennrad oder Gravelbike zu beginnen, sollte sich vorab ärztlich durchchecken lassen, vor allem dann, wenn er bzw. sie lange keinen Sport mehr getrieben hat.

In den meisten Fällen wird aber aus medizinischer Sicht kaum etwas dagegen sprechen, erst in der zweiten Lebenshälfte mit dem sportlichen Radeln per Rennrad oder Gravelbike anzufangen. Denn Radfahren trainiert auf gelenkschonende Weise u. a. Herz und Kreislauf und wichtige Teile der Muskulatur.

Ich war um die 40, als ich mit meiner Frau zusammen anfing, öfter mal eine Radtour zu machen. Die Touren wurden allmählich länger, damals noch auf ganz normalen Trekkingrädern. Als wir uns die ersten Rennräder kauften, war ich 47. Es war die beste Entscheidung meines Lebens.

Die Leichtigkeit des Rennradfahrens ...

Wer jemals auf einem Rennrad unterwegs war, wird die Leichtigkeit dieser Art des Radfahrens nicht mehr missen wollen. Das gilt, wenn auch mit leichten Abstrichen, ebenso für die meisten Gravelbikes.

Das Radfahren machte mich fitter, als ich jemals zuvor gewesen war. Es hilft, Gewicht und Blutdruck zu regulieren. Schon bald nachdem man mit dem regelmäßigen Rennrad-Fahren angefangen hat, können sich erste Trainings-Effekt einstellen.

Wer Spaß am sportlichen Radfahren hat und nicht völlig talentfrei ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Fitness steigern, sofern er regelmäßig fährt und sich dabei überwiegend in moderaten Puls-Bereichen bewegt.

Passende Trainingsbereiche herausfinden, nicht übertreiben

Schon bald sieht man so manche Steigung nicht mehr als Hindernis, sondern als willkommene Herausforderung. Überfordern darf man sich natürlich nicht. Zuviel Ehrgeiz wird mehr schaden als nützen. Garant für den Trainings-Erfolg ist ohnehin immer die anschließende Regeneration.

Mit Hilfe einer Leistungs-Diagnostik lässt sich feststellen, welche Trainigsbereiche individuell passen und wie hoch der Puls maximal sein darf. Der Maximal-Puls nimmt mit zunehmendem Alter ab. Bei 65 bis 75 Prozent meiner maximalen Herzfrequenz kann ich stundenlang radfahren. Gelegentlich fordere ich mich auch etwas stärker. Wie gesagt: eine individuelle Leistungs-Diagnostik bringt ans Tageslicht, was man sich zumuten darf, ohne die Gesundheit zu gefährden.

Natürlich fahre ich nie ohne Pulsmessung. So stelle ich sicher, dass ich mich während der Tour mit dem Rennrad oder dem Gravelbike nicht überfordere sowie aufgeräumt und mit einem guten Gefühl wieder zuhause ankomme.

Die Tour der France gewinnen ohnehin andere. Die sind Jahrzehnte jünger als ich.

 

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