Wild und anderes Getier - Gefahr für Fahrradfahrer

Verkehrszeichen Warnung vor Wildwechsel

Wildwechsel! Das nebenstehende Schild weist darauf hin, dass hier Tiere die Fahrbahn kreuzen können. Kein Problem für Radfahrer? Kann man so leider nicht sagen. Ich hatte schon 'mal so eine Begegnung, zum Glück aber ohne Kollision.

Das war auf dem Rennweg, einem prima asphaltierten Forstweg in der Nähe von Düren, der seinen Namen völlig zurecht trägt, denn da kann man bergab richtig schnell rennradeln.

Wildschwein von rechts

Und als ich auf einer Ausfahrt genau das tat, kam doch tatsächlich so ein kleines Wildschwein von rechts aus dem Unterholz und kreuzte nur wenige Meter vor mir meinen Weg.

Ich musste ziemlich stark bremsen und hatte etwas dazu gelernt, nämlich: dass es sinnvoll ist, bei Radtouren in Wald und Feld mit allem zu rechnen, auch dann, wenn niemand in der Nähe ist und keine oder nur wenige Autos unterwegs sind. Das gilt entsprechend auch bei Begegnungen mit anderen kleinen und großen Tieren.

Hunde

Streunende Hunde sind in unseren Breiten eher selten. Meistens ist ihre menschliche Bezugsperson in der Nähe. Viele Hunde-Besitzer sind dankbar für ein rechtzeitiges, vernehmbares Klingeln oder einen entsprechenden Zuruf, wenn sie den nahenden Radfahrer nicht von allein bemerken.

So bleibt dem Begleiter bzw. der Begleiterin des Vierbeiners genügend Zeit, den Hund bei Fuss zu halten oder ggf. an die Leine zu nehmen oder zumindest am Halsband zu halten, wenn dies nötig ist.

Ross, Reiter, Rennradfahrer

Auch bei Begegnungen mit Pferden ist Vorsicht angebracht. Ich habe überwiegend gute Erfahrungen damit gemacht, die Reiterin bzw. den Reiter durch Klingeln, Zurufe usw. frühzeitig auf mich aufmerksam zu machen, insbesondere dann, wenn ich mich von hinten nähere.

Manche Reiter bedanken sich dafür. Pferde gelten als Fluchttiere und können unberechenbar reagieren, wenn sie sich erschrecken. Wenn ich mich rechtzeitig bemerkbar gemacht habe, kann der Reiter / die Reiterin rechtzeitig auf das Tier einwirken, damit es keinen Schrecken bekommt.

Allerdings hat sich auch schon 'mal eine Reiterin beschwert, als ich durch Klingeln auf mich aufmersam machte, und sich beschwert, schon das mache ihr Pferd scheu...

Katzen, Hasen, Igel

Im ländlichen Bereich begegnet man nicht selten Katzen, die am Feldrand darauf lauern, eine Maus zu ergattern. Oder die das Ziel schon fest im Auge haben und jetzt im Katzengalopp quer über die Straße auf das Beutetier zusprinten. Kollidiert man in einer solchen Situation mit der Katze, ist der Sturz des Radfahrers fast unausweichlich.

Oder man begegnet nicht selten Hasen, die plötzlich aus einem Feld herausbrechen und auf der schön asphaltierten Feldstraße ihre Haken schlagen. Auch wenn sie bevorzugt wieder in's Feld zurücklaufen werden, hat das natürlich auch Gefahren-Potenzial - ebenso wie der Igel, vor allem dann, wenn er seine Stacheln aufgestellt hat und der Radfahrer / die Radfahrerin ihn zu spät bemerkt. (Dass man auf der Straße bedauerlicherweise eher selten einen Igel in lebendem Zustand antrifft, sei hier 'mal außer Acht gelassen.)

Amsel, Drossel und der Kopf des Rennradfahrers - alles auf einer Höhe

Interessant sind auch unbemerkt am Straßenrand kauernde Wildtauben, die man überhaupt oft erst dann bemerkt, wenn sie ihrerseits den Radfahrer bemerkt und sich erschrocken haben und deswegen in Panik aufsteigen - am liebsten erst einmal geradewegs in Richtung des Radfahrers.

Oder die hier am Niederrhein häufigen Dohlen, die dadurch irritieren, dass sie erst sehr spät flüchten. Oder Fasane, die hier in manchen Regionen in freier Wildbahn leben.

Oder Mauersegler, die, statt sich zur Seite hin in Sicherheit zu bringen, gern mehrere hundert Meter lang vor dem Rennrad herfliegen. (Ob sie Windschatten geben wollen?)

Oder Amsel, Drossel, Fink und was sonst noch so unterwegs ist, die gern einmal seitlich aus dem Büsch geschossen kommen - bevorzugt in Kopfhöhe des Rennrad-Fahrers, so dass Kollisionen als absolut möglich erscheinen.

Don't panic!

Bisher hatte ich Glück - alles, was ich oben beschrieben habe, kann man bei Rennrad-Ausfahrten hierzulande erleben, aber mir ist bisher noch nie etwas Gravierendes passiert. (Das Schlimmste war das auf nasser Fahrbahn hochgeschleuderte Nacktschnecken-Fragment am Rücken meines Shirts...)

Was kann man tun, um das Gefahren-Potenzial zu minimieren? Nicht mehr Fahrrad fahren würde helfen, wäre aber keine Lösung. Wildwechsel-Schilder nicht völlig ignorieren ist vielleicht ganz schlau, und wacher und noch mehr bremsbereit sein als sonst, wenn man in Gegenden mit viel Getier unterwegs ist, ebenso.

Und ruhig bleiben, wenn sich doch einmal abzeichnet, dass es z. B. zur Kollision mit einem Tier kommt. Nicht hektisch bremsen, sondern besonnen reagieren. Wenn das noch geht, abwägen, ob Ausweichen besser ist als Bremsen oder umgekeht - und dann (hoffentlich) das Richtige tun...

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