Rennrad-Abfahrten: beste Freunde?

Abfahrt mit dem Rennrad: Blick auf das Ziel,
 die Stadt Malaga im Süden Spaniens

Viele Rennradfahrer sehen in der schnellen Abfahrt den verdienten Lohn für die Mühe des Aufstiegs. Sie genießen den Kick der kurvigen, steilen Passage nach unten. Könner behalten dabei den umgebenden Verkehr jederzeit im Auge, haben am Beginn einer Kurve schon deren Ende im Blick und bewegen sich zügig längs der Ideallinie in Richtung Kurven-Ausgang.

Das Ganze wirkt sehr harmonisch, und man sieht dem Könner an, dass er Freude an dem hat, was er da gerade tut.

Respekt vor kurvigen Abfahrten

Ich bekenne, dass ich beim Bergabfahren nicht zu den größten Könnern gehöre. Ich bremse bergab vor Kurven mehr als viele andere Rennrad-Fahrer.

Insbesondere steile, kurvenreiche Abfahrten auf schmaler Straße flößen mir Respekt ein, vor allem dann, wenn viele Autos oder Motorräder entgegenkommen oder von hinten drängeln.

Ich weiß allerdings, dass es nicht allzu wenige Rennradfahrer gibt, denen es ähnlich geht.

Nach hinten durchgereicht, aber risikoarm

Wer gern bergauf fährt, muss natürlich irgendwann auch wieder 'runter. Bergauf gehöre ich oft zu den Schnelleren, bergab werde ich im Lauf einer längeren Abfahrt gerne 'mal nach hinten durchgereicht (glücklicherweise fast nie bis ganz nach hinten, aber im letzten Drittel finde ich mich am Ende einer langen Abfahrt oft schon wieder).

So fahre ich, da eher vorsichtig und langsam, relativ risikoarm bergab, immerhin auch ein Vorteil. Und ich bin wohl auch schon etwas besser geworden, was das angeht. Der Mensch ist ja lernfähig, auch dann, wenn er nicht mehr 18 ist.

Was hilft - ein Tipp

Eins hilft mir bei diesem Lernprozess ganz besonders, und das will ich hier gern als Tipp weitergeben: Wenn ich in Gruppen unterwegs bin, fahre ich so lange wie möglich hinter einem sicheren Abfahrer her, der etwas schneller ist als ich und dessen Tempo ich für eine gewisse Zeit gut mitgehen kann, ohne ein schlechtes Gefühl dabei zu haben.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Wenn der (oder die) mit diesem Tempo sturzfrei hinunter kommt, sollte mir das auch gelingen. Ich gewinne mehr Vertrauen und so lange es noch Luft nach oben gibt, suche ich mir dann beim nächsten Mal möglicherweise das Hinterrad eines Abfahrers, der wieder etwas schneller ist.

Übung macht den Meister.

Voraussetzung ist natürlich, dass es dieses nächste Mal auch gibt. Hatte ich längere Zeit keine anspruchsvolle Abfahrt zu bewältigen, merke ich das bei nächster Gelegenheit sofort: Die Unsicherheit wächst.

Nur Übung macht den Meister. Mit meinem Wohnort im Flachen bin ich da etwas im Nachteil. Umso wichtiger sind regelmäßige Ausflüge bzw. Reisen in hügelige und bergige Umgebungen.

 

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