Radfahren auf Lanzarote mit dem Rennrad

Rennradtraining auf Lanzarote

Ausfahrten im Trockenen bei angenehmen Temperaturen sind auf der Kanaren-Insel fast immer möglich. Aber der Wind! Als Gegenwind ist  er ein ernst zu nehmender Gegner. Kommt er von hinten, hilft er einem wie ein guter Kumpel. Bläst er aber böse von der Seite, ist er ein Angreifer.

Und vor dem muss man auf der Hut sein. Fühlte man sich eben noch im Windschatten eines der vielen Vulkanberge sicher, so kann schon im nächsten Moment je nach Wind- und Wetterlage unverhofft eine Bö um die Ecke kommen, die das Potenzial hat, einen mitsamt Fahrrad umzuhauen.

Wer den Kick auf dem Rennrad braucht, kann hier je nach Wetterlage voll auf seine Kosten kommen. Wir fanden es manchmal eher gefährlich - sicher nicht Jedermanns Sache. Meistens weht der Wind aus nordöstlicher Richtung. Armlinge und Knielinge im Gepäck zu haben, ist kein Fehler, und auch eine winddichte Jacke bzw. Weste sollte nicht fehlen.

Eine eindrucksvolle Landschaft für Ihre Rennrad-Ausfahrt

Landschaft aufLanzarote

Höchst eindrucksvoll präsentiert sich die vielerorts vulkanisch geprägte Landschaft. Die letzten Vulkanausbrüche liegen noch nicht sehr lange zurück, sie ereigneten sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Riesige Lavafelder und Vulkanberge in Farben von leuchtend gelb über feuerrot bis tiefschwarz kennzeichnen den Südwesten. Das Gegenstück im Nordosten zeigt stellenweise auch grün in einem insgesamt jedoch faszinierend kargen Umfeld.

Höhenmeter satt

Vulkanberge und Lavafelder auf Lanzarote

Das Rennradfahren gestaltet sich im Allgemeinen sehr anspruchsvoll. Je nach Streckenauswahl und Stre ckenlänge kommen schnell mehrere hundert bis 2000 oder mehr Höhenmeter zusammen.

Anspruchsvolle Anstiege für Rennrad-Fahrer auf Lanzarote

Rennradgeeignete Flachstrecken gibt es auf Lanzarote eigentlich nicht. Die Strecke von Costa Teguise nach Orzola ist immerhin nur wellig. Dafür bläst der Nordost-Wind hier, unweit der Küste, oft umso gnadenloser. Direkt leicht ist also selbst dieser Strecken-Abschnitt zumindest für weniger gut trainierte Radler somit auch nicht zu fahren.

Es gibt auch Strecken, die an Gebirgsstrecken erinnern, auch wenn es nie erheblich über 600 Meter über dem Meeresspiegel hinausgeht. Dafür startet aber mancher Anstieg fast direkt auf Meereshöhe und schlängelt sich auf relativ kurzer Distanz kurvig und nicht selten auch in Serpentinen nach oben.

Ein schönes Beispiel hierfür ist der Anstieg, der im Nordosten bei Arrieta beginnt und u. a. durch das Valle de Temisa zum Mirador de Haria führt - landschaftlich eines der Highlights.

Und manchmal kann man sich hier auch von Radprofis überholen lassen, die die Steigung mit knapp 25 km/h fahren, während der "Jedermann" im Idealfall nur zehn km/h langsamer dort hochkriecht.

Viele gute Straßen für's Rennrad...

Viele Straßen auf der Kanaren-Insel eignen sich bestens zum Rennradfahren. In der Nähe der Touristen-Orte geht es naturgemäß sehr lebendig zu, auf den größeren Straßen außerhalb mischt sich der einheimische Verkehr mit dem der Touristen-Mietwagen.

Radreisen Lanzarote

Für mein Empfinden ist das Verkehrsaufkommen aus Rennradfahrer-Perspektive in Ordnung, zumal es an den größeren Straßen oftmals Seitenstreifen gibt, die in vielen Fällen problemlos zu benutzen sind. Wie auch in anderen Regionen Spaniens verhalten sich viele einheimische Autofahrer sehr rücksichtsvoll Radfahrern gegenüber. Das gilt auch für die ausländischen Touristen in ihren Mietwagen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Man sollte also nicht weniger vorsichtig sein als beim Radfahren Zuhause.

...aber auch ein paar weniger gute

Natürlich gibt es auch eine Reihe von Nebenstraßen mit wenig Autoverkehr. Allerdings weisen diese Straßen teilweise alte, sehr rauhe Fahrbahn-Beläge auf, mitunter auch mit Löchern bzw. Aufbrüchen im Asphalt. Lässt man die notwendige Vorsicht walten und erträgt man das unangenehme Fahrgefühl, spricht nichts dagegen, solche Strecken-Abschnitte in die Tour einzubauen, falls es nicht anders geht. Aber ehrlich gesagt: Viel mehr als fünf Kilometer davon würde ich mir ungern auf einer Ausfahrt mit dem Rennrad antun.

Manche dieser Strecken-Abschnitte sind mit dem Rennrad denn auch eigentlich nicht zu befahren. Das gilt z. B. für die Straße, die in El Mojon nach Guatiza abzweigt. Hier ist an vielen Stellen vom Asphalt kaum noch etwas übrig.  Fahrbahn-Aufbrüche und Schotter machen das Rennradfahren auf dieser Strecke, die überwiegend bergab führt, zur gefährlichen Tortur.

Fazit

Im Unterschied zu Mallorca, wo es im Winter durchaus schon 'mal regnen und auch kalt werden kann, wird man so richtig fieses Wetter auf den Kanarischen Inseln - statistisch - nur äußerst selten vorfinden.

Wer mit den Windverhältnissen zurecht kommt und die bizzar schöne, karge Landschaft mag, findet auf Lanzarote ein interessantes Rennrad-Revier mit reichlich Herausforderungen für das Wintertraining.

In ca. vier Flugstunden ist man von Deutschland aus dort.

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Radreviere in Deutschland:

Rennrad am Baum lehnend

Die Landschaft ist zumeist flach. Bei entsprechender Planung sind am Niederrhein aber auch hügelige Touren mit dem Fahrrad möglich. Oft ist der Wind die Extra-Herausforderung bei der Radtour. Wir sind meistens mit dem Rennrad oder dem Cyclocross-Rad unterwegs.

Radfahren am Niederrhein: Flach & windig